Jeden Tag stehen wir vor Entscheidungen. Manchmal sind sie kurzweiliger Natur, manchmal haben sie größere Auswirkungen. Nicht zwingend muss eine kleine Entscheidung leicht fallen und eine gravierende schwer. Jedoch hängt der Schwierigkeitsgrad, eine Entscheidung zu treffen, doch meistens davon ab, wie schwer die Entscheidung am Ende wiegt.

Die Entscheidung sich umzuziehen zum Beispiel, ist im Normalfall deutlich schneller getroffen, als umzuziehen. Denn die Entscheidung für ein Kleidungsstück, ist nun mal einfacher zu revidieren als die Entscheidung für einen Wohnort.

Die Kunst, Entscheidungen zu treffen

Seit jeher fällt es mir ziemlich schwer, Entscheidungen zu treffen. Besonders dann, wenn es um die sogenannten großen Entscheidungen geht.

Schwierigkeitsgrad von Entscheidungen

Den Schwierigkeitsgrad einer Entscheidung würde ich persönlich anhand zweier Kriterien bewerten:

  • Welche Konsequenzen hat sie, wenn sie (nicht) getroffen wird?
  • Wie einfach kann sie revidiert bzw. angepasst werden?

Beispiele

Was koche ich heute?
Was ziehe ich morgen an?
Was unternehme ich am Wochenende?
…bewerte ich eher als kleine Entscheidungen.

Was möchte ich beruflich machen?
Wo und wie möchte ich wohnen?
Welche Art von Beziehungen möchte ich führen?
…stufe ich eher als große Entscheidungen ein.

Methoden, um Entscheidungen zu treffen

Die Fähigkeit Entscheidungen zu treffen, ist wahrlich eine Kunst für sich. Sie kann jedoch durch Methoden gestützt und sogar trainiert werden.

Wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere, kommt mir die gute alte Pro-Contra-Liste in den Sinn. In Gemeinschaftskunde wurde im Zusammenhang mit Wahlen außerdem über Mehrheitsentscheid und andere Formen von Entscheidungsfindung in Gruppen gesprochen. Das war zwar alles ganz nett, hat mich in meinen bisherigen Lebenskrise-artigen Momenten von Verzweiflung (beispielsweise vor, während oder nach dem Studium) allerdings nicht wirklich weitergebracht. Mittlerweile bin ich sogar der Überzeugung:

Mit der guten alten Pro-Contra-Liste kommst du gerade bei schwerwiegenden Entscheidungen nicht wirklich weit.

Die meisten Methoden und Denkweisen, derer ich mich heutzutage gerne bediene, wenn ich mal wieder vor lauter Bäumen den Wald nicht sehe, habe ich (leider) erst im Laufe der Zeit kennengelernt.

Es gibt keine richtigen oder falschen Entscheidungen, immer nur Entscheidungen – nach Dieter Lange

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Wie Minimalismus hilft, Entscheidungen zu treffen

Dieser Blog hier ist ursprünglich aus der Idee heraus entstanden, um über meinen Weg zu einem minimalistischen Leben zu schreiben. Allerdings habe ich mich in den letzten Wochen vermehrt gefragt, was denn der eigentliche Kern ist, der mich am Minimalismus so reizt. Letztendlich kam ich zu dem Schluss, dass eine minimalistische Denkweise mir vor allem dabei hilft, Entscheidungen zu treffen.

Minimierte Optionen bei der Entscheidungsfindung

Mein letzter Blog Post zum Thema Minimalistischer Kleiderschrank ist das beste Beispiel dafür. Wenn ich vor einem überquellenden Kleiderschrank mit abertausenden Optionen stehe, fällt mir die Entscheidung, was ich anziehen soll, deutlich schwerer als bei einem überschaubaren Inhalt. So ist das mit (fast) allem im Leben. Wald vor lauter Bäumen und so, du weißt schon ;-)

Habe ich nur eine begrenzte Anzahl von Optionen zur Verfügung, fällt die Entscheidung tendenziell leichter – natürlich gilt das nur tendenziell, nicht prinzipiell.

Sich zwischen A und B entscheiden zu müssen, bietet eine andere Grundlage bei der Entscheidungsfindung, als ein komplettes Alphabet von Optionen vor sich zu haben.

Es ist jetzt nicht wirklich eine bahnbrechende Erkenntnis, aber ich möchte es dennoch explizit erwähnen: Minimalismus kann die Entscheidungsfindung schlicht und ergreifend durch ein Reduzieren der möglichen Optionen erleichtern.

Schulung des Entscheidungsmuskels durch regelmäßige Selbstreflexion

Neben der offensichtlichen Begrenzung von Optionen hilft Minimalismus jedoch noch aus einem weiteren Grund bei der Entscheidungsfindung: Durch eine minimalistische Denkweise wird die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, fortwährend trainiert.

Brauche ich das wirklich? Was ist mir wichtig? – Diese Fragen sind bei einer minimalistischen Denkweise ständige Begleiter und helfen dabei, sich selbst intensiver kennenzulernen und besser Prioritäten setzen zu können.

Und letztlich ist das Setzen von Prioritäten nichts anderes, als sich für bzw. gegen etwas zu entscheiden. Mit jedem Entrümpeln im Äußeren (materiell) wie im Inneren (immateriell), mit jedem kritischen Hinterfragen des eigenen Konsums wird also die Entscheidungsfähigkeit geschult.

Kleiner Impuls zum Schluss

Beenden möchte ich diesen Blog Post nun noch mit dem vollständigen Zitat von Dieter Lange, das ich oben in abgewandelter Form verschriftbildlicht habe:

Da das Leben nur rückblickend verstanden werden kann, aber nach vorne blickend gelebt werden muss, können wir keine richtigen oder falschen Entscheidungen treffen – immer nur Entscheidungen.
aus dem Buch “Sieger erkennt man am Start - Verlierer auch” von Dieter Lange

Frau Lyoner


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