Es ist gerade einmal März, aber ich glaube, das Unwort des Jahres 2020 steht bereits fest: Corona – auch bekannt als COVID-19 oder SARS-CoV-2.

Corona – Stop the Spread

Lange Zeit habe ich mir um das Thema Coronavirus quasi gar keine Gedanken gemacht. China? Ist doch weit weg. Risikogruppe? Gehöre ich ja nicht dazu. Hände waschen? Das habe ich auch vor Corona schon getan. Auf mich wirkte das Thema irgendwie ziemlich aufgebauscht.

An irgendeinem Tag wird es enden, doch an allen anderen nicht. Joris

Gefällt dir dieses Handlettering?
Mehr davon findest du auf meinem Instagram Account.

Dank flu zu flau

Meine Devise lautete immer: Weniger Sorgen und mehr Vertrauen ins Leben, natürlich ohne leichtsinnig zu handeln. Denn wieviel Lebensqualität habe ich eigentlich, wenn sich meine Gedanken ständig darum drehen, welche potentiellen Gefahren in der Welt lauern und welche Vorkehrungen ich treffen kann, um diese zu vermeiden?

Seit sich die Ereignisse rund um Corona in den letzten Tagen förmlich überschlagen haben, bin ich jedoch sehr nachdenklich geworden und spüre, wie schwer mir diese Devise momentan fällt.

Bisher bin ich weder zum Prepper mutiert, noch habe ich mich um eine Rolle Klopapier geprügelt oder ein Abonnement für die Zeitschrift »Schöner Wohnen im atomaren Schutzbunker« abgeschlossen. Aber das allgemeine flaue Gefühl im Magen hat nun auch bei mir Einzug gehalten.

Coronapocalypse is now

Die aktuelle Lage fühlt sich surreal an und wirkt fast ein bisschen wie der Beginn eines apokalyptischen Kinostreifens. Das Thema Corona ist omnipräsent. Kita- und Schulschließungen, Einstellung des öffentlichen Lebens, leere Supermarktregale, Home Office Gebote, Social Distancing und natürlich die Tatsache, dass einfach alle darüber sprechen.

Zudem gewinnen durch die aktuelle Situation ganz viele Nebenbaustellen deutlich an Präsenz, wie z.B. die Überbelastung bei gleichzeitiger Unterbezahlung sogenannter systemrelevanter Berufe.

Dass sich zudem bereits jetzt Menschen um Mehl im Supermarkt prügeln, macht mir genauso viel Sorgen wie die völlig merkbefreiten Corona-Partys. Von florierenden Verschwörungstheorien und Corona Fake News will ich gar nicht erst anfangen.

Panik ist sicherlich nicht das, was wir brauchen. Gedankenlosigkeit allerdings auch nicht.

Es ist aktuell wichtiger denn je, das eigene Handeln bewusst und kritisch zu beleuchten. Was ist die richtige Balance zwischen Normalität und (Vor-)Sorge? Wie kann ich möglichst verantwortungsvoll handeln? Was ist gerade wirklich notwendig und was nicht?

Stay safe and take care!

Bei den teils drastischen Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung geht es schließlich nicht primär darum, sich selbst nicht anzustecken, sondern darum unser Gesundheitssystem vor einem Kollaps zu bewahren und damit insbesondere die Risikogruppe der immungeschwächten Menschen zu schützen.

»Je mehr Fälle wir nach hinten aufschieben, desto besser kann unser Gesundheitssystem funktionieren, desto geringer ist die Sterblichkeitsrate und desto höher der Anteil der Bevölkerung, der sich impfen lassen kann, bevor er möglicherweise infiziert wird.«
– Auszug aus einem Perspective Daily Artikel vom 13. März 2020

Doch es ist ja eben nicht nur jene Risikogruppe, die bei einer ungebremsten Ausbreitung des Virus das Nachsehen hätte. Wenn unser Gesundheitssystem durch eine immense Anzahl an Corona-Fällen überlastet ist und dadurch Menschen, die (aus welchen Gründen auch immer) auf medizinische Hilfe angewiesen sind, nicht geholfen werden kann, ist es völlig irrelevant, ob Risikogruppe oder nicht. Corona geht uns alle etwas an!

Vielleicht kann es für die kommende Zeit ganz hilfreich sein, einen Gedankenshift zu machen. Statt Entscheidungen und Handlungen auf Basis der Frage »Wie sollte ich mich verhalten, um mich nicht zu anstecken?« zu treffen, könnte eine bessere Grundlage zur Verhaltenssteuerung sein:

»Wie würde ich mich verhalten, wenn ich ansteckend wäre?«


Wie ernst das alles eigentlich ist, möchte ich an einem aktuellen persönlichen Beispiel verdeutlichen: Mein Mann, der als Betreuer in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderung arbeitet, hat heute für die nächsten Tage Beschäftigungsverbot verordnet bekommen, da unsere Tochter Erkältungssymptome zeigt und kein unnötiges Risiko eingegangen werden darf. Oder wie mein Mann es vorhin ausdrückte: »Wenn jemand von uns das Virus ins Wohnheim trägt, bedeutet das ganz schnell sehr viele leere Betten.«

In diesem Sinne stay safe and take care!

Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus SARS-CoV-2:
FAQ des Robert Koch Instituts

Zur Entstehung von Hamsterkäufen:
Kleines Video der Tagesschau

Unterricht digital – ein Thema wichtiger denn je:
Bob Blume hat eine Blogparade zum Thema Unterricht digital gestartet

Gegen die Langeweile für kleine und große Kinder:
Stefanie Bamberg stellt Ausmal-Freebies kostenlos zur Verfügung

Zusammenarbeit trotz Home Office:
Ein INSPECT&ADAPT Artikel von derDoubleD

Erfolgreiche Remote Work:
Remote Manifesto von GitLab

Für mehr Flausch in der Twitter-Timeline:
#FlauschTheCurve


Hat dir der Artikel gefallen? Dann teile ihn doch in deinen sozialen Netzwerken und/oder hinterlasse mir einen Kommentar.

Frau Lyoner