»Wird’s besser? Wird’s schlimmer?, fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich, Leben ist immer lebensgefährlich.«
– Erich Kästner

Ein ganz schön verrücktes Jahr liegt hinter uns. Dass es ab morgen weniger verrückt wird, bloß weil die Jahreszahl sich ändert, ist leider eine Wunschvorstellung. Aber zumindest ist dank des Impfstoffs Hoffnung in Sicht.

Das Jahr 2020 war für mich eine emotionale Achterbahnfahrt, geprägt von Tiefpunkten, Selbstzweifeln, Erschöpfung und Ängsten, aber es hatte auch einige Highlights und Chancen zu bieten. In diesem Artikel nehme ich dich mit auf einen kleinen persönlichen Jahresrückblick in Bildern und Zahlen.

Mein 2020 in Bildern und Zahlen

Bis März herrschte noch die sogenannte alte Realität. Eine Realität, die heute unendlich weit weg scheint.

Spieleabend mit echten Menschen ohne Bildschirm Spieleabend mit echten Menschen ohne Bildschirm

Im Januar stand der große Meilenstein Kindergarteneingewöhnung an. Ansonsten war bis März eigentlich alles wie immer, auch wenn das Wort Corona von Woche zu Woche präsenter wurde. Am 6. März saß ich noch abends mit Arbeitskolleg*innen bei einem Spieleabend zusammen.

Coronapocalypse is now

…und dann gefühlt nur wenige Tage später war plötzlich alles anders, als es hieß: »Stop the spread!« Quasi einen Wimpernschlag nach der Kindergarteneingewöhnung war der Kindergarten dicht. Nix mehr mit täglich im Großraumbüro sitzen und in der Pause mit den Kolleg*innen schnacken. Dauerhaft Homeoffice und menschliche Interaktion nur noch mit Bildschirm dazwischen.

Corona Homeoffice am Esstisch Corona Homeoffice am Esstisch

Mit konsequenten Kontakteinschränkungen und systemrelevanten Mann im Schichtdienst hieß das vor allem eins: Homeoffice allein zuhause mit einer Dreijährigen. Klar, ein risikoarmer, gut bezahlter Job, der problemlos im Homeoffice funktioniert, das ist im Vergleich zum Gesundheitssektor Meckern auf sehr privilegiertem Niveau. Trotzdem zehrte die Doppelbelastung, zerrissen zwischen Arbeit und Kinderbetreuung, an meinen Nerven.

Diese Zerreißprobe habe ich in meinem Homeoffice ABC in 26 Bildern humorvoll zu verarbeiten versucht.

Das Jahr der Maske – und der ersten Brille

Wer hätte 2019 gedacht, dass Ende 2020 das Wort Maskenpflicht völlig normal sein würde und viele von uns eine ganze Mund-Nasen-Schutz-Sammlung zuhause beherbergen würden. Übrigens welch witzige Ironie, dass ich ausgerechnet im Jahr der Maske zur Brillenträgerin wurde und direkt in den Genuss beschlagener Gläser kam.

Kaffee, Lebenselixier im Homeoffice Kaffee, Lebenselixier im Homeoffice

356 Tage ohne Alkohol

Angeblich stieg ja der Alkoholkonsum in Deutschland bedingt durch die Corona-Krise. Ich nutzte das Jahr für ein Experiment: 365 Tage ohne Alkohol. Am Ende wurden es dann doch nur 356 Tage. Trotzdem war es eine sehr interessante Erfahrung, der ich vielleicht noch einen eigenen Artikel widmen werde.

Dafür lief in diesem Jahr dank Homeoffice die Kaffeemaschine auf Hochtouren.

Drei Wochen Staycation

Unterwegs im Schwarzwald Unterwegs im Schwarzwald

Im Juli gab’s eine Woche Kindergarten, etwas Aufatmen im Alltag, kurz gefolgt von drei Wochen Sommerurlaub aka Staycation. Kein Das Fest. Keine Nordsee.

Aber Urlaub ist, was du daraus machst. War also trotzdem schön. Wir machten Tagesausflüge in der Umgebung, kleinere Radtouren (nachdem die Kleine innerhalb kurzer Zeit zur begeisterten Radfahrerin wurde) und entdeckten das Geocaching für uns. Eins meiner Highlights war der Besuch des Lotharpfads im Schwarzwald.

ExpoStation2020, hier ein Werk von Marius Irth ExpoStation2020, hier ein Werk von Marius Irth

Die ExpoStation, eine Ausstellung zur Unterstützung für die Sanierung des Sybelcentrums im Rahmen des Spendenprojekts Keine kalten Füße, war ebenfalls eins meiner ganz großen Highlights des Jahres.

Drei Stockwerke voll vergänglicher Kunstwerke. Eine ganz besondere Inspiration und das auch noch für einen guten Zweck. (Man kann übrigens auch so spenden.) In meinen Instagram-Highlights findest du ein paar bildhafte Eindrücke.

Neustart nach neun Jahren

Meine Arbeitsecke – auch in 2021 Meine Arbeitsecke – auch in 2021

Im September stellte sich die neue Normalität im Kindergarten ein. Und bei mir so einige Veränderungen. Nach ziemlich genau neun Jahren wechselte ich nicht nur meinen Arbeitgeber, sondern auch meinen Aufgabenbereich, indem ich zurück in die Softwareentwicklung ging. Vielleicht auch ein wenig in der Hoffnung, bei einer erneuten Pandemie-bedingten Kindergartenschließung besser asynchron arbeiten zu können.

Übrigens ist es wirklich erstaunlich, wie gut Vorstellungsgespräch, Einarbeitung und Etablierung einer Team-Zugehörigkeit praktisch komplett im Homeoffice funktionieren kann – auch wenn ich zugegebenermaßen das normale Arbeitsleben mit menschlicher Interaktion ohne Bildschirm dazwischen doch sehr vermisse.

Achja und ich kümmerte mich endlich um einen halbwegs ergonomischen Drehstuhl zuhause, nachdem ich monatelang auf einem Holzstuhl gesessen war.

Meine ersten Postkarten in einem Schaufenster

Meine Postkarten im Schaufenster von Tante M Meine Postkarten im Schaufenster von Tante M

Es passierten allerdings noch weitere beruflichen Veränderungen. Ich machte mich mit meiner Buchstabenkunst nebenberuflich selbstständig und begann meine handgeschriebenen Motive als Postkarten drucken zu lassen.

Ab dem 9. Oktober 2020 gab’s die ersten Postkarten in meinen Lieblingsladen Tante M zu kaufen: Der Laden, um in Karlsruhe allerlei Gutes unverpackt und plastikfrei einzukaufen.

Das war ein wirklich aufregender Moment, die eigenen Postkarten in einem Schaufenster zu sehen.

344 verkaufte Postkarten – nur über Etsy

Eine der ersten Postkarten in meinem Etsy Shop Eine der ersten Postkarten in meinem Etsy Shop

Und am 24. Oktober 2020 ging dann auch mein Onlineshop bei Etsy live. Ich bin völlig baff, dass ich in einem Zeitraum von etwas mehr als zwei Monaten insgesamt 344 Postkarten verkauft habe – und das nur bei Etsy.

Die Gesamtsumme aller verkauften Postkarten, also inklusive Tante M und über andere Kanäle, habe ich noch nicht zusammengezählt, aber grob überschlagen werden es ca. 450 Postkarten sein. Keine Ahnung, wie das passieren konnte…

25 Artikel Blog-Artikel und 199 Instagram-Posts

Meine beliebtesten Instagram-Posts in 2020 Meine beliebtesten Instagram-Posts in 2020

In diesem Jahr habe ich auf diesem Blog 27 Artikel veröffentlicht. Und was auch noch passierte: Die Namensänderung von meinimalismus.de zu gedankenshift.de – Da ich mich schon länger nicht mehr nur auf das Themenumfeld Minimalismus beschränkt hatte, fühlte sich die Namensänderung wichtig und richtig an.

Bei Instagram bin ich dieses Jahr auf 199 Posts und etliche Stories gekommen. Allerdings habe ich im Laufe der Zeit bemerkt, dass sich diese starke Nutzung für mich nicht wirklich gut anfühlt. Das ist jedoch Stoff für einen eigenen Artikel.

Ein Jahr älter, zehn Jahre gealtert

So könnte ich dieses Jahr zusammenfassen. Vor zehn Tagen habe ich meinen 32. Geburtstag gefeiert, soweit man 2020 von feiern sprechen kann. Gealtert bin ich dieses Jahr jedoch vermutlich um zehn Jahre.

Ich blicke zurück auf ein Jahr voller Selbstzweifel, Erschöpfung und Ängsten. Ein Jahr mit ganz viel selbstgemachtem Stress und Druck, wenig Schlaf, ungesunder Ernährung und mit sehr wenig Bewegung unter der Woche.

Vierblättriges Kleeblatt Vierblättriges Kleeblatt

…und unglaublich dankbar

Gleichzeitig war es auch ein Jahr voller Glück und Luxus. Ein sicheres Zuhause, stabile Gesundheit, keine beruflichen Existenzängste, viele kleine und große Erfolge, viele spannende Learnings, ganz viele wunderbare Menschen, neue Kontakte, Freude und Liebe.

Und es war das Jahr, in dem ich gleich drei Mal ein vierblättriges Kleeblatt fand. Ich wünsche uns allen, dass 2021 mit vierblättrigen Kleeblättern gepflastert sein wird – metaphorisch gesprochen.

Komm gut ins neue Jahr – Bleib gesund, achte auf dich und auf andere!

»Ich wünsche euch ein Jahr ohne Angst, Verzagtheit und Zweifel, ein Jahr der Entscheidungen und des Mutes, ein Jahr voller Bunt und Hell, ein Jahr der Umarmungen, des Ankommens, des Vertrauens in euer Selbst. «
– Auszug aus einem wunderbaren Tweet, über den ich heute gestolpert bin

Frau Lyoner


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