In den letzten Wochen habe ich wieder einmal intensiver meine Besitztümer unter die Lupe genommen und so einiges gehen lassen. Abgesehen vom offensichtlichen Grund, dem gewonnenen Platz, gibt es nämlich noch ein paar weitere Gründe, wieso regelmäßiges Ausmisten eine feine Sache ist.

#1: In ungenutzten Gegenständen steckt bares Geld.

Gegenstände, die nur in Schubladen versauern oder einstauben, können noch richtig nützlich sein, indem sie Geld einbringen. Geld, das du stattdessen beispielsweise in schöne Erlebnisse, gutes Essen oder ein Hobby investieren kannst.

Allein durch Verkäufe über Ebay Kleinanzeigen habe ich in den letzten drei Jahren knapp 500€ eingenommen – und das für Dinge, die eigentlich nur unnötig Platz weggenommen hatten. Von elektronischen Geräten, über Kleidung bis hin zu Geschirr, bei Ebay Kleinanzeigen geht meiner Erfahrung nach wirklich alles weg.

Gerade für Bücher finde ich außerdem die Ankaufsmöglichkeit von reBuy oder momox sehr praktisch. Zwar bringt das pro Einzelstück weniger Geld ein, hat aber den Vorteil, alle Bücher auf einmal loswerden zu können statt sie einzeln verkaufen zu müssen.

#2: Andere Menschen freuen sich über die aussortierten Gegenstände.

Bei uns in der Gegend stehen mittlerweile sehr häufig »Zu Verschenken«-Kisten vor den Häusern mit Gegenständen, die einfach zu schade für die Mülltonne sind. Auch ich habe mich schon ein paar Mal über solche Zufallsfunde freuen dürfen, wie zum Beispiel eine neue Nachttischlampe, nachdem unsere gerade den Geist aufgegeben hatte.

Eine Kiste mit aussortierten Gegenständen, die zu verschenken sind

Kürzlich habe ich dann selbst einmal den Versuch gewagt und zwei solcher Kisten mit allerlei Krimskrams vor die Tür gestellt – und siehe da, wirklich alles ging weg. So wie ich mich selbst schon über »Zu Verschenken«-Funde gefreut habe, bin ich mir sicher, dass sich auch andere Menschen über den Inhalt meiner Kisten freuen konnten.

Stell dir mal eine Welt vor, in der alle Gegenstände genau da wären, wo sie gerade gebraucht werden. Mit so ein paar »Zu Verschenken«-Kisten ist es zwar nicht getan, dennoch steckt schon der richtige Gedanke dahinter, finde ich.

#3: Ausmisten macht die eigene Unperfektion bewusst und kann Menschen in deiner Umgebung mitziehen.

Selbst wenn du dich kritisch mit deinem Konsumverhalten auseinandersetzt, häuft sich mit der Zeit oftmals doch wieder etwas an. Falls du nicht alleine wohnst, ist es leicht dem Gedanken zu verfallen, dass der ganze Kram ja nur durch Ehepartner*in, Mitbewohner*in, die Kinder oder den Goldhamster den Weg ins eigene Zuhause findet. Bei solch einem Gedanken ist der Frust vorprogrammiert.

Sich mit den eigenen Besitztümern zu beschäftigen, kann schnell aufzeigen, dass dieser Gedanke leider bloß ein bequemer Irrglaube ist. Kehre also erst einmal gründlich vor der eigenen Haustür und unterschätze dabei keinesfalls deine Vorbildfunktion. Wenn du mit gutem Beispiel vorangehst, kann das großen Einfluss auf deine Umgebung haben.

#4: Aussortieren hilft, dich selbst zu sortieren.

Dich mit deinen Besitztümern auseinanderzusetzen, birgt die Chance dich auch intensiver mit dir selbst auseinanderzusetzen und zu reflektieren:

  • Wer bin ich eigentlich?
  • Was brauche ich wirklich?
  • Was ist mir im Jetzt und Heute (und vielleicht im nahen Morgen) wirklich wichtig?
  • Und was nicht?

Leben bedeutet stetige Veränderung und so kannst, darfst und sollst du auch stetig hinterfragen, welche Dinge fremd gewordene Relikte sind, die du getrost hinter dir lassen kannst. Vor allem solltest du Gegenstände loslassen, die ein beklemmendes Gefühl in dir erzeugen, weil sie dich bei jedem Blick oder jeder Benutzung an negative Erfahrungen erinnern.

#5: Aussortieren physischer Besitztümer ist eine gute Übung für das Loslassen von Meta-Besitztümern.

Loslassen kostet weniger Kraft als Festhalten und ist doch schwerer. (nach einem Zitat von Detlev Fleischhammel) Gefällt dir meine Buchstabenkunst? Mehr davon
findest du in meinem Etsy Shop oder auf Instagram.

Das Loslassen physischer Besitztümer ist eine wunderbare Übung, um auch nicht-physische Besitztümer besser loslassen zu können – wie der Druck äußerer Erwartungen, obsolet gewordene Vorstellungen, schlechte Gewohnheiten, negative Gedankenmuster oder ungesunde Beziehungen.

Übe dich im Loslassen, um deinen Fokus auf die Zukunft und auf das, was dir gut tut, lenken zu können.

Frau Lyoner


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