»Wir lernen zu viel über’s Werden und zu wenig über’s Sein.
Wir hören zu häufig auf andere und zu selten in uns hinein.«
@kopflosherzvoll

Wie oft im Leben liegt unser Fokus auf dem Werden – Schulabschluss und Berufswahl, Partnerwahl und Familienplanung, Optimierung von Aussehen, Gewicht, Gewohnheiten – all das stark beeinflusst von externen Vorstellungen und dem, was wir im Laufe unseres Lebens lernen und internalisieren. Doch sobald wir dann ein Ziel, eine bestimmte Vorstellung oder das ersehnte Statussymbol erreicht haben, stehen wir oft da und wissen mit dem (Angekommen-)Sein wenig anzufangen. (»Und jetzt? War’s das schon?«)

Denn wir wollen uns nicht mit gut begnügen. Wir wollen das perfekte Vergnügen, am Besten mit einer Garantie, dass es keine bessere Alternative gibt. Wir wollen nicht einfach nur sein, wir wollen besser sein. Wir lesen Ratgeberliteratur, hören inspirierende Podcasts und schauen Tutorials auf YouTube, um das Optimum aus uns herauszuholen.

Handlettering: Wir wissen zu viel über's Werden und zu wenig über's Sein. Gefällt dir meine Buchstabenkunst? Mehr davon
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Dabei wissen wir schon längst viel zu viel über das Werden und viel zu wenig über das Sein. Und ich finde, es ist mehr denn je Zeit uns wieder mehr auf das Sein zu besinnen. Hin zu Da-Sein und Selbst-Sein. Weg von wahnhafter Selbstoptimierung, ständigem Vergleichen und dem Hinterherrennen fremdgesteuerter Vorstellungen. Glücklich oder gut genug müssen wir nicht erst werden. Wir dürfen (es) einfach sein. Denn Zufriedenheit lässt sich weder an bestimmte Meilensteine noch an abgehakte Todos knüpfen und letztendlich ist das Da-Sein im Jetzt ohnehin alles, was wir haben.

Lasst uns stattdessen werden, wer wir sind. Lasst uns unser einzigartiges Selbst erkennen und anerkennen – genauso wie das unserer Mitmenschen, ganz besonders das unserer Kinder.

»(…) die meisten Probleme von Erwachsenen rühren (daher), dass sie nie sein durften, wer sie sind. (…) es ist an der Zeit, dass wir damit aufhören, Menschen zu verbiegen, und beginnen, jeden einzelnen Menschen als die Person zu betrachten, die sie wirklich ist.

(…) Viele Eltern gehen davon aus, dass das Kind gerade in den ersten Jahren lernen müsste, sich anzupassen, um kein Tyrann zu werden. Tatsächlich aber ist es umgekehrt: In den ersten Jahren darf das Kind – und mit ihm zusammen die Eltern - erst einmal herausfinden, wer und wie es ist, um dann den Weg zu finden, sich mit seinem ganzen Wesen in die Gesellschaft einzubringen.«

Susanne Mierau in ihrem Buch »Frei und unverbogen«

Frau Lyoner


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